09.09.2018 Unsere Honigernte

Insgesamt haben wir unsere 4 Völker bei der Honigernte dieses Jahr 7 mal geschleudert. Das ergab 7 sehr unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Da wir im Juni „die Fette“ aufgelöst haben, hatten wir ab da nur mehr 3 Wirtschaftsvölker.

Wann findet die Honigernte statt?

Wir haben Anfang Mai mit der Honigernte begonnen. Durch den späten Winter und die spätere Völkerentwicklung und des sehr schnellen Frühlings ist der meiste Frühlingsblütenhonig von den Bienen selber zum Wabenausbau verwendet worden. Den ersten Honig von Anfang Mai, der mittlerweile fast kristallisiert ist, hat einen herberen Geschmack. Unseren letzte Honigernte haben wir Anfang August gehabt. Danach war die erste Varroa Behandlung der Völker notwendig.

Honigqualität?

Es gibt mehrere Merkmale von Qualität beim Honig. Am wichtigsten für die Haltbarkeit ist die Feuchtigkeit. Wenn noch zu viel Wasser im Honig ist, wird er anfangen zu gären. Der Honig ist dann nicht mehr als Honig verkaufbar. Interessanterweise ist der letzter Honig den wir Anfang August geschleudert haben am feuchtigsten gewesen. Aus Neugierde haben wir diesen zum Teil verwendet, um köstlicher Honigkuchen zu backen und zum ersten mal Met zu brauen. Wir sind schon sehr gespannt, wie der Met schmecken wird.

Wo kann man den Stadtmauerhonig kaufen?

Unseren Honig kann man in verschiedenen Hofläden in der Nähe kaufen. Z.B. bei Blün in Essling oder beim Radls Genussparadies als auch bei unserer Nachbarin in „Andreas Hofladen“ gibt es auserwählte Chargen. Falls du lieber die ganze Vielfalt kosten möchtest und unsere Völker sehen magst, laden wir dich gerne zu einer Verkostung ein.

Bitte dazu eine Email  an uns schreiben.

10.06.2018 Vatertag, den Drohnen zu Ehre

Der Höhepunkt im Bienenjahr, Vatertag.  In diesen Tagen sind sowohl das Volk, als auch die Anzahl Drohnen im Volk auf ihr Maximum gestiegen.

Die Königin legt bis zu 2000 Eier am Tag und ebenso viele schlüpfen. Arbeiterinnen sind 21 Tage in der Zelle, 20 Tage im Stock und danach noch 20 Tage im Aussendienst sammeln. Hochgerechnet kommt man auf 40.000 Bienen die als Brut wachsen. 40.000 Bienen arbeiten im Innendienst und bis zu 40.000 – 50.000 im Aussendienst. Insgesamt gibt es also bis zu 120.000 Lebewesen, pro Wirtschaftsvolk. Die 4 Wirtschaftsvölker und 4 Ableger, die momentan in Stadtmauerhonig Beuten mit nur ein paar tausend Bienen sitzen, ergeben somit eine halbe Million Bienen auf nicht mal 2 m².

Ein Teil dieser Bienenmasse bringt doch einiges an Unruhe und es gibt sie nur für ein paar Wochen im Jahr: die Drohnen.

Vatertag und die Drohnen

Im Bienenvolk gibt es 3 unterschiedliche Bienenwesen.

  1. Die Königin ist als einzige in der Lage befruchtete Eier zu legen.
  2. Die Arbeiterinnen entstehen aus befruchteten Eier
  3. Die Drohnen: die Königin legt unbefruchtete Eier aus denen sie entstehen. Die Drohnen haben sozusagen nur die DNA der Königin. Deren einziges Ziel ist es bei einem Hochzeitsflug möglichst eine Königin zu finden und bei der Begattung möglichst sehr viel Samen und somit DNA des Drohnenvolkes in einem neuen Volk zu hinterlassen.

Fett, faul und dumm

So hat Nobelpreisträger und Entdecker des Bienentanzes, der Österreicher Karl von Frisch, die Drohnen genannt.

Drohnen Bild zu Vatertag
Fett, faul und dumm, eine Drohne auf eine Brutwabe zu Vatertag

Fett: Wie man am Bild erkennt, sind Drohnen viel größer als die anderen Bienen im Volk.

Faul, da sie keine einzige Aufgabe im Volk übernehmen können. Sie haben nicht mal einen Stachel zum Kämpfen. Sogar noch schlimmer:

Dumm, da sie sogar nicht in der Lage sind, selber Nahrung zu finden und von den Arbeiterinnen gefüttert werden müssen. Von allen Bienen haben die Drohnen das kleinste Gehirn.

 

Fazit: Drohnen haben eine fast komplett parasitäre Existenz im Volk.  Ein typisches Beispiel von evolutionärer Extravaganz, da umso grösser und stärker das Volk, umso mehr und umso fettere Drohnen kann es sich leisten.

Kurze Lebensdauer

Die Drohnen leben nur einige Wochen, die Arbeiterinnen sind immer weniger gewillt die „Männer“ zu pflegen und zu ernähren und irgendwann gibt es dann die Drohnenschlacht. Aber mehr werde ich in ein paar Wochen dazu erzählen, wenn wir dazu Bilder teilen können. Heute ist Vatertag und wir wollen uns etwas ausführlicher dem männlichen Wesens in der Beute widmen. Am Vatertag werden die Drohnen in der Beute noch gut ernährt und kriegen alles was sie brauchen, um kurz nach Mittag für etwas längere Zeit auf der Suche nach unbefruchteten Königinnen auf Hochzeitsflug zu gehen.  Ein reges Treiben herrscht am Flugloch, wenn die Herren losfliegen und gleichzeitig Arbeiterinnen noch am Sammeln sind.

Sex

Den schnellste Tod haben die erfolgreichen Drohnen. Nämlich die, die es schaffen eine Königin zu begatten. Im Flug kommt es zum Geschlechtsakt. Der Drohn penetriert die Königin, seine Geschlechtsorgane reißen aus seinem Körper und er stürzt Tod zu Boden. Die begattete Königin fliegt Heim. Als erstes Willkommensakt putzen sie die Arbeiterinnen, und holen die letzten Reste des Mannes aus der Königin heraus. Wenn es gut geht, hat die Königin bis zu 1,5 Million Samenzellen heimgebracht und wird davon noch einige Jahre Nachkommen zeugen können. Das Schicksal der anderen Drohnen besprechen wir in ein paar Wochen 😉

 

 

20.5.2018 Sambucus nigra meets Apis mellifera carnica oder Honig mit Holunder?

Sambucus nigra klingt wie ein exotischer Cocktail, ist aber der lateinische Name für unsere beliebte schwarze Holunder. Apis mellifera carnica sind dann wieder unsere Honigbienen.

handzeichnung eines Holunder blatt und Blüte
Zeichnung Schwarzer Holunder (Blatt und Blüte) gezeichnet von Mischa Skorecz

Holunder – Honig

Den kann es fast nicht geben. Der Holunder ist hauptsächlich ein Windbestäuber. Deren starker Duft und das üppige Pollenangebot lockt aber auch Insekten zum Bestäuben an. Da die Pflanze aber wenig Nektar produziert, ist kaum möglich mit Honigbienen einen Holunderhonig zu produzieren.

Wie kombinieren?

Wie im Beitrag Anfang Mai beschrieben, ist unser erster Honig ziemlich herb im Geschmack.  Da wir gleichzeitig vom Holunder, der den Beuten Schatten spendet, einen Sirup angesetzt haben, kam die Idee diese beiden zu kombinieren. Statt einen Sirup mit Zuckerwasser zu machen, könnten wir doch auch mal versuchen die Blüten im Honig anzusetzen.

Was spricht dagegen?

Der Honig hatte eine Feuchte von ca 17%. Ab 20% fängt der Honig an zu vergären. Wenn wir nun dem Honig Blüten hinzufügen, könnte es passieren, dass er anfängt zu gären.

Wir haben es trotzdem versucht und das Ergebnis ist eine wahre Gaumenfreude. Zuerst dominiert der Holunder extrem, aber im Ausklang kommt die Süße und auch die vielfältigen herben Noten des Honigs heraus.

Wie darf das Produkt heißen?

Wie man in den AGES  lesen kann, sind die Bezeichnungen in Europa zum Schutz des Konsumenten reguliert. Wir dürfen Honig dann Honig nennen, wenn es reiner Honig ist. Dieser Blütensaft muss von Bienen gesammelt, eingelagert und getrocknet werden. In anderen Länder, zum Beispiel Honigexportmeister wie China, genügt es wenn die Bienen am Prozess beteiligt waren. Dort wird teilweise der eingesammelte Nektar viel zu feucht geschleudert um höhere „Erträge“ und eine gesteigerte „Produktivität“ zu erreichen. Wenn die Bienen nicht so viel Energie zum Trocknen aufwenden müssen, bleibt mehr zum Einsammeln. Mehr auf welche Art noch gefälscht wird, findet ihr im Kurier Artikel.

Da wir aber die Holunderblüten hinzugefügt haben, ist es wichtig das deutlich zu kennzeichnen. Es sind auch andere Informationen auf dem Etikett zwecks Konsumentenschutz zu vermerken (Nährwertangabe, Allergenkennzeichnung, etc.) . Da die Masse der Blüten weniger als 1% des Gesamtmasse beträgt, und wir dieses nur direkt verkaufen, dürfen wir es Honig mit Hollerblüten nennen und sollten nochmals die Zutaten benennen.

Honig mit Hollerblüten im Glas

Kaufen können Sie unseren Stadtmauer Honig mit Hollerblüten beim Ögreissler auf www.oegreissler.at

 

11.02.2018 Bienen und Hühner, eine Symbiose?

Wir haben unsere Bienen letzte Woche umgestellt im Hühner Gehege um eine Symbiose her zu stellen.

Die Vorteile vom neuen Standort:

  1. Das Flugloch ist nun gen Südosten ausgerichtet, damit bei schönem Frühlingswetter etwas früher die Sonne reinkommt. Damit wollen wir bewirken, dass es etwas früher am Tag warm ist und die Bienen stimuliert sind und so eine längere Tageszeit haben, wo die Königin stiftet (Eier legt). Ziel ist es früher mehr Brut im Frühjahr zu haben. Zum Thema Wichtigkeit der Frühlingsbrut bei unseren Carnica Bienen schreibe ich später noch einen Beitrag.
  2. Im Süden stehen einige Büsche und Bäumchen, die im Sommer ab Mittag die Beuten beschatten.
  3. Der wichtigste Standort Parameter bei uns im Marchfeld ist der Wind. Bienen haben es nicht gerne windig. Am neuen Platz sind die Beuten von Büschen und Bäumchen im Süden, und von Betonsockel mit Wind- & Sichtschutz im Westen etwas beschützt. Sie haben eine freie Flugbahn Richtung Osten.
  4. Sie stehen jetzt mitten in unserer Hühnerwiese. Solange die Hühner nicht auf die Beuten picken, gibt es eine schöne Symbiose. Unsere „Kampfhühner“ (wie sie liebevoll von uns genannt werden), schützen die Beuten tagsüber gegen andere Vögel und Nagetiere (eine Maus die sich im Gehege verirrt hatte, überlebt maximal 3 Sekunden und Spechte und Krähen trauen sich nicht hinein). Dafür kriegen sie ab und zu Leckerbissen der Bienen: beim Putzen entsorgen die Bienen Eier und Maden, bei denen etwas nicht stimmt, oder kranke Bienen. Diese sind bei den Hühnern als Proteinquelle sehr beliebt . Bei Schneefall finden die Hühnern unter den Beuten ein schönes trockenes Plätzchen, wo es noch etwas Gras zum knabbern gibt

Die Nachteile vom neuen Standort

  1. Die Nähe zum Gebüsch bring auch den Nachteil, dass es nachtaktive Nagetiere gibt, die versuchen könnten in die Beuten zu kommen, um Maden oder Honig zu essen
  2. Da die Abstände zu den Nachbarparzellen in Niederösterreich geregelt sind, sind wir etwas zu weit weg vom hinteren Zaun, um den optimalen Schutz bei Ostwind zu haben.

 

Nun warten wir weiter auf den Frühling…

 

Bienen Hühner Symbiose