17.6.2018 Phacelia

Eine Stadtmauerhonig Biene sammelt fleissig den Nektar der Phacelia Blüten

Woher kommt die Phacelia?

Ursprünglich kommt die Phacelia aus Amerika. Da sie nicht winterfest ist, verdrängt sie in Europa nicht die anderen Arten als Neophyt (siehe Wikipedia).

Eine Stadtmauerhonig Biene sammelt fleissig den Nektar der Phacelia Blüten
Eine Stadtmauerhonig Biene saugt mit dem Mundwerkzeug den Nektar aus einer Phacelia Blüte

Nützen von Phacelia?

Die Pflanze ist nützlich:

  1. als Gründünger und Bodenschutz: durch ihr dichtes Wurzelsystem kann sie die meisten Nährstoffe aus dem Boden herausholen. Nach dem Absterben bei Frost werden diese Nährstoffe über die Pflanzenreste im Folgejahr für andere Pflanzen zur Verfügung gestellt.
  2. Unkrautunterdrückung: durch das schnelle Wachstum und die feingliedrigen Blätter, schafft sie eine fast komplette Bodenabdunkelung.  Damit nimmt sie die Lebensgrundlage für andere kleinere Pflanzen.
  3. Als Kombination aus 1 und 2 ergibt sich ein Erosionsschutz und Herbizid sparender Vorfrucht. Da kein Unkraut durchgewachsen ist, aber liegengebliebenes oberirdisches sowie unterirdisches Pflanzengewebe den Boden schützt, könne frühe Kulturfrüchte, wie Zuckerrüben ohne Bodenbearbeitung hineingesät werden.  Das verhindert, dass wertvoller Humus abdriftet.
  4. Für uns am wichtigsten die Bienenpflanze.

Eine Blüte produziert 0,7 mg honigequivalenten Nektar pro Tag. Angenommen eine Pflanze hat um die 100 Blüten gleichzeitig, und nehmen wir eine Pflanzdichte von 20 Pflanzen pro m² an: dann sammeln alle Bienen momentan von 200m² Phacelia bedeckter Fläche entlang der Auffahrt und im Garten, etwas mehr als ein 250g Honigglas am Tag.  Die Phacelia blüht dieses Jahr seit dem 13 Mai.  Wir versuchen eine Tracht bis Ende Juli aufrecht zu erhalten (3 Generationen in 80 Tagen). Zusammen würde die Phacelia aus unserem Garten somit um die 20 kg Honig bringen. Klingt viel, das meiste jedoch wird von den Bienen selbst für Brut und Bauaktivitäten verbraucht. Es sorgt jedenfalls für eine gute Grundversorgung unserer Bienen. Und nebenbei ergibt sich eine sehr hohe Dichte an Biodiversität, die um die Blüten herum summen und krabbeln.

80 Tage Dauerblühte, wie geht das?

Eigentlich haben wir 3-4 Generationen Pflanzen. Die erste Generation besteht aus Samen aus dem Vorjahr, die am Boden liegengeblieben sind und an den ersten warmen Wintertagen und im Frühjahr ausgekeimt sind. Dieses Jahr jedoch hat der späte tiefe Frost alles  wieder vernichtet.

Wir mähen die Pflanzen nach der Blühte nicht, damit die Samen abreifen können. Ein Teil der Samen behalten wir fürs nächste Jahr. Der Rest der Pflanze kommt auf den Komposthaufen. Im Frühjahr, wenn wir den Kompost verteilen, verteilen wir gleich die Samen, die den Kompostierungsprozess überstanden haben. Damit haben wir dann eine 2. Generation.

Die 3. und 4. Generation sähen wir dann zeitversetzt aus, damit diese dann blühen wenn die ersten beiden Generationen abgeblüht sein. Letzte Aussaat bei uns war am 4.6. wo wir die Blühte Mitte bis Ende Juli erwarten.