01.07.2018 Königinnenzucht, das erste mal… schlecht abgeschnitten?

Tja, wie im Bilderbuch oder im Imkerkurs funktioniert es dann doch nicht immer mit der Königinnenzucht. Haben wir vor ein paar Wochen 3 Ableger gemacht und eine Woche vor Vatertag dann noch einen 4. hinzugefügt.

Königinnenzucht und die Statistik

Es gibt mehrere Schritte:

  1. Zuerst bauen die Bienen bei Abwesenheit einer Königin innerhalb von 2 Stunden mehrere Zellen mit Stiften um in eine Weiselzelle.

    Königinnenzucht braucht Weiselzellen auf Bienenrähmchen
    Einen schöne Weiselzelle unten am Rähmchen
  2. Die erste Königin die nach 19 Tagen schlüpft, tötet alle andere ab.
  3. Kurz nach Mittag 4-5 Tage später, sobald das Wetter es erlaubt, geht sie auf Hochzeitsflug. Bei der Rückkehr fangt sie sofort an erste Eier zu legen. Alles logisch, oder? Bei jeder dieser Schritte kann jedoch etwas schief gehen: die Zelle kann kaputt gehen, die Königin wird beim Hochzeitsflug aufgegessen, oder sie findet nach der Begattung den Weg nicht mehr zurück. Durchschnittlich werden  2 von 3 geschlüpften Königinnen erfolgreich anfangen Stifte zu legen.

Wie gut waren wir?

Da kommt dann die harte Wahrheit einer Binomialverteilung ins Spiel… also der Fette hatten wir die Königin genommen und eine Erneuerung induziert. Dann haben wir zusätzlich 4 Ableger gemacht. Also insgesamt 5 neue Königinnen nachgezogen. Aus der erste Runde sind nur 2 befruchtete Königinnen hervor gegangen: also 40%. Da wir jedoch immer wieder Brut reingehängt haben, konnten wir auch beobachten, dass bei den misslungenen Versuchen sofort wieder neue Weiselzellen gemacht wurden. Das hat uns noch eine 3. stiftende Königin Anfang Juli eingebracht, bei nun 8 Versuche.

Erfolgreiche Königin wird gleich markiert
Die neue Königin wird rosa markiert

Letzter Versuch

Obwohl die reproduktiver Phase der Bienen einem Ende entgegen geht, machen wir noch einen letzten Versuch und wir haben noch 2 Völkern frische Brut gegeben. Wenn es klappt, erreichen wir doch die 6 Völker, die wir beim Wintereinbruch gerne hätten.

6? wieso nicht 7?

Nachdem es 2 Mal bei der Fetten nicht geklappt ist, haben wir das Volk nun aufgelöst. Es sind da schätzungsweise noch 40.000 Bienen in der Beute gewesen, jedoch alles ältere Bienen die wohl keinen 3 Wochen mehr leben werden. Also haben wir sie mit einem Ableger, der eine Königin hat, vereint. Dazu leg man Zeitungspapier auf die offene Zarge des Ablegers und stellt das weisellose Volk oben drauf. Nach ein paar Stunden übernehmen die Bienen den Geruch der neuen Königin und das Zeitungspapier wird von den Bienen zerkleinert. Die alten Bienen setzen sich dann sofort in den Dienst des Volkes und sammeln Nektar und Wasser und geben dem jungen Volk einen richtigen Schub. Zumindest in der Theorie ist es alles so einfach. Wenn es schief geht, töten sie die neue Königin ab und es geht es wieder von vorne los.

Wenn es nichts mehr wird?

Weil wir doch spät sind mit der neuen Königinnenzucht, ist es möglich, dass es keine neue Königin mehr gibt. Dann werden wir mit 5 statt mit 6 Völkern in den Winter gehen.

24.06.2018 Erster Ableger zieht aus

Der erste Ableger verlässt uns

Die Kontrolle letzte Woche hat ergeben, dass bei diesem Ableger der Michis alles super gelaufen ist. Die neue Königin ist geschlüpft, sie hat den Hochzeitsflug überstanden und hat den Weg nach Hause gefunden.

Ableger

Statt die Völker schwärmen zu lassen, bevorzugen wir es die Vermehrung kontrolliert ablaufen zu lassen. Dazu haben wir sobald wir eine Scharmstimmung bei den Wirtschaftsvölkern vermutete haben, ganz nach der Methode von Dr Pia Aumeier   je eine Brutwabe gezogen und eine Futterwabe und Mittelwand hinzugehängt, recht früh in der Saison. Es hat in soweit funktioniert, dass die Schwarmstimmung ausgeblieben ist. Da unsere Bienenfreundin namens Bienchen (hallo Bienchen 🙂 ), wie besprochen im Sommerplan einen Standort an einer etwas höher gelegener Lage im Weinviertel hat, haben wir die Michis, die bei etwas kühleren Verhältnissen früher fliegen als Muttervolk ausgewählt.

Drohnen

Da wir bisher keine Varroaspuren gefunden haben und um eine bessere Chance zu haben die Vorteile unserer Genetik zu erhalten, haben wir die Produktion von Drohnen nicht unterbrochen. So haben viele schöne Drohnen in unseren Völkern erhalten. Ein Ziel ist es das Risiko auf unerwünschte Kreuzungen bei neuen Königinnen zu reduzieren.

Wie weiss man ob es geklappt hat?

Bei der Kontrolle, nach etwa 4 Wochen, haben wir bereits ein kleines Brutfeld gesehen mit frischen Stiften der neuen Königin. Da wir noch etwas Bienenmasse bei den Michis reduzieren wollten, haben wir noch ein Rähmchen verdeckelter Brut hinzugefügt. Und schon war unser erster Ableger zum umsiedeln bereit.

Der erste Ableger verlässt uns
Die Tochter der Michis ist ins Weinviertel umgezogen

Am neuem Standort

Das neue Volk hat einen schönen Platz mitten in einem Gehege von verschiedenen Hühnerrassen erhalten. Neben unserem Ableger steht ein Bio-Wirtschaftsvolk sowie ein anderer Ableger. Wie sich herausstellt, war die Königin vom Biovolk ziemlich träge. Da der Ableger jedoch auch noch nicht so richtig in Gange gekommen ist, war auffallend mehr Flugbetrieb bei unserem Ableger als bei den beiden anderen Völker am Stand.