04.03.2018 Sommerpläne, die neuen Beuten sind da

Im Winter ist es Zeit Sommerpläne zu machen, erst recht bei den Bienen. In Februar bestellten wir das Material, das wir für den nächsten Sommer benötigen. Wir bestellen gemeinsam mit einer befreundeten Imkerin, um die Vorteile vom Großeinkauf zu geniessen.

Am Freitag wurde es bei uns, bei Frost und Schnee angeliefert.

Sommerpläne für die Bienen

Was sind unsere Sommerpläne?

Grundsätzlich haben wir 4 Wirtschaftsvölker für die Honigproduktion. Aber wir wollen uns erweitern und 2 Ableger aufbauen.

  • Die Wirtschaftsvölker brauchen im Sommer 2 Vollzargen als Brutraum und 2 Flachzargen als Honigraum.
  • die 2 Ableger wollen wir hinzufügen, um:
    1. eventuelle Völkerverluste bei der Überwinterung ausgleichen zu können,
    2. die Wirtschaftsvölker zu verstärken
    3. andere Imker, die Völker verloren haben mit Bienen unterstützen zu können.

Was für Beuten nehmen wir?

Es gibt sehr viel verschiedene Beutensysteme. Wir haben uns für ein gängiges Magazinbeutensystem vom Typ Zander entschieden. Eine gute Einführung über einige unterschiedliche Beutensysteme, findet ihr auf den Link der Stadtbienen.

Beim Zander gibt es 3 Zargengrößen.

  1. Die größten sind die Jumbo-Zargen (die sieht ihr oben auf dem Paletten-Stapel). Diese eignen sich sehr gut für die Überwinterung von grösseren Völker, da mehr Platz  für mehr Futter drin ist.
  2. die normalen sind die Vollzargen, die haben gegenüber den Jumbos den Vorteil, dass sie kleiner und leichter sind. Die verwenden wir als Basis für unsere Völker, da müssen wir im Spätwinter wie jetzt, genauer zusehen und womöglich zufüttern, damit der Vorrat reicht.
  3. die Flachzargen, die wir für den Honigraum benutzen.  Wenn die  10 Rähmchen in der Beute voller Honig sind, dann wiegt diese Flachzarge bis zu 25 kg. Eine Vollzarge kann bis zu 35 kg auf die Waage bringen, was den Rücken doch sehr belastet. Wir nehmen daher 2 Flachzargen als Honigraum.

Griffe oder Kranz?

Zum einfach Hantieren haben wir uns für Kranzzargen entschieden, die haben einen Holzrand von ein paar cm drum herum, wodurch man die Magazine einfacher tragen und hochheben kann.  Die haben den Nachteil, dass man sie nicht direkt Wand an Wand nebeneinander stellen kann. Dadurch gibt es eine Luftschicht zwischen den Völker und die haben nicht die Möglichkeit sich im Winter gegenseitig zu erwärmen.

 

Und wie ist es den Stadtmauerhonig Bienen in den vergangenen 2 kalten Wochen ergangen?

eine Bienenwindelaufnahme nach 2 Wochen tieffrost ende Februar
Bienenwindel nach 2 Wochen Winter, Ende Februar

Wie schon beschrieben im Blogbeitrag zum Hungertod, ist momentan unser grösstes Risiko das Verhungern durch Futterabriss.  Bei der Kälte sollte man die Völker weitgehend in Ruhe lassen. Daher schauten wir nur die Windel an.  Bei allen 4 Völkern haben wir auf den Windeln Spuren von Aktivitäten die zeigen, dass die Völker noch leben und gesund sind (kein Kot und keine Milben gefunden). Daneben liegt kein abnormaler Todesfall am Boden.  Ein paar verdurstete Bienen lagen am Eingang bei den Michis, aber es waren nicht auffällig viele. Etwas Frühlingswetter zum Wasser holen wäre jetzt gut.

 

Auf dem Bild der Windel der Michis oben, kann man auch sehen, wo das Brutnest der Michis sitzt (dunkelblau eingezeichnet, die Brut schlüpft und hinterlässt dünklere Wachsbrösel am Boden).  Die Wintertraube hat sich zwischen den Dämmrähmchen (hellblaue Linien) zusammengezogen und hat sich Futter genommen (in den gelben Zonen) sowohl von der Futterwabe, die zwischen den Dämmrähmchen hängt (rechts) als auch von der Futterwabe, die links ausserhalb des Brutnestes hängt.

Daneben sehen wir auch Kondenzwasser auf der Windel. Das ist ein Zeichen dafür, dass weiterhin Brutaktivität vorhanden ist.  Auch bei der Fetten :-), also sind die doch eher aufgeflogen beim Einsetzen der Dämmrähmchen, weil es ihnen zu kalt war vor ein paar Wochen (Beitrag hier).

Also alles im grünen Bereich :-). Wir hoffen auf einen schnellen Frühling, damit sich die Damen Wasser und Pollen für die Brut holen können und unsere Sommerpläne umgesetzt werden können.

25.2.2018 Frühjahrsentwicklung, Königin weg?

Da nun die Tage rapide länger werden, wird es Zeit die Frühjahrsentwicklung des Volkes zu beobachten und diese zu unterstützen.

Carnica

Es gibt sehr viel unterschiedliche Bienenrassen. Das Marchfeld ist theoretisch ein reines Carnicagebiet. Euch ist auf den Bildern bestimmt schon aufgefallen, dass unsere Carnica-Bienen gar keine gelben Bienen sind, wie die Biene Maya.

Vorteile:

  1. Unsere Carnica’s zeichnen sich durch eine längere Brutpause im Winter aus. Das Volk braucht in dieser Zeit die Bruttemperatur nicht aufrecht zu erhalten und somit ist der Energie- und Honigverbrauch im Winter geringer, wie in diesen Beitrag vom 17.12.2017 beschrieben.
  2. Eine sehr ausgeprägte genetische Stärke unserer Carnica-Königinnen ist die Möglichkeit, im Vergleich zu anderen Rassen, sehr viele Eier (Stifte) legen zu können. Das führt zu einem explosionsartigen Wachstum des Volkes, sobald die Frühlingstracht angefangen hat.

Honig oder Bienen?

Die ersten Bienen aus der Frühjahrsentwicklung sind voll mit dem Ausbau des Volkes beschäftigt,  von 5-6 Rähmchen bauen sie nach dem Winter die Beute wieder bis zu 60 Rähmchen aus. Sie brauchen pro kg Bauwachs bis 10 kg Honig. Dabei verschiebt sich die Honigproduktion meistens um ein par Wochen nach hinten – bis in den Mai. Sie verbrauchen den gesamten, gesammelten Nektar von Kirschen-, Marillen- und sogar Äpfel- und Birnenblüten als Baumaterial. Deswegen ist auch Obstblüten-Honig sehr selten in Nordeuropa.

Ab Mai werden die Carnica Völker dann sehr groß und sehr leistungsfähig. Pro Tag können dann mehrere tausend neue Bienen schlüpfen, die die Sterblichkeit bei weitem übertreffen und bis zu 2kg Honig am Tag eintragen.

Wieso Frühjahrsentwicklung vorziehen?

  1. Die Frühjahrsentwicklung ist etwas vor zu ziehen, wenn wir schneller eine größere Bienenmasse erreichen wollen. Diese größere Bienenmasse hat dann zur Haupttrachtzeit (bei uns die Robinia Akazie, die Kastanien und die Linde) mehr Bienen bereit stehen und es kann mehr Honig geerntet werden.
  2. Daneben hat das rasante Bienenwachstum auch den Vorteil, dass sich der Krankheitsdruck verringert. Die Varroamilben zum Beispiel, die den Winter überlebt haben, können gar nicht mit der Reproduktionsgeschwindigkeit der Königin mitkommen.
  3. Und zum Schluss sind wir glücklich und haben bis heute kein einziges Volk verloren. Anderen Imkerfreunden ist es schlechter gegangen, denn sie haben alle Völker verloren. Damit sie wieder anfangen oder durchstarten können, werden wir sie bei der Aufstockung der Völker im Sommer unterstützen.
durchsicht und einschätzung der frühjahrsentwicklung der Völker
Bei der Kontrolle der Frühjahrsentwicklung wurden leere Rähmchen entfernt

Mehr info zu den Carnica-Bienen findet ihr bei der Austrian Carnica Association.

Wie geht das, die Entwicklung im Frühjahr beschleunigen?

Dazu haben wir einige Dämmrähmchen mit Wärme reflektierender Folie und Styropor verkleidet, dann haben wir das kleine Brutnest gesucht und bei allen 2017er Reinzuchtköniginnen, wo wir 2 Waben mit verdeckelter Brut gefunden haben, haben wir eine Wabe voll Futter daneben gesteckt und dann abwechselnd an jeder Seite eine Dämmwabe daneben und danach wieder ein Futterrähmchen.

Dazu mussten wir 2 oder mehr Rähmchen von den vorhandenen Rähmchen, bei denen alle Nahrung bereits verbraucht war (wie im Bild gut zu sehen ist), entfernt.

Da nun das Brutnest viel besser geschützt ist können die Winterbienen eine grössere Fläche warmhalten und die Königin kann mehr Eier in ein größeres Brutnest legen.

Und gefällt es denen?

Da dieser Eingriff in der kühlen Jahreszeit ziemlich tiefgreifend ist, können wir damit rechnen, dass es die „Damen“ nicht sehr lustig finden. Daher sollte man einen schönen, eher schon frühlingshaften Tag aussuchen, wo sie bereits Pollen sammeln können. Weil eine längere Kaltezeit angekündigt war, haben wir das letzte schönere Wetter genutzt letzte Woche, um die Rahmen durchzuschauen und da es noch nicht ausreichend warm war, sind doch einige aufgeflogen, haben sich aber, wie am Bild zu sehen ist,  auf meinen Anzug gesetzt und haben sich etwas Körperwärme geholt, sind aber letztendlich zurück geflogen.

Bienen auf imkeranzug nach der Durchschau im Frühjahr
Einen Bienenbart? Die aufgeflogene Bienen haben sich gesammelt, um sich am Körper aufzuwärmen.

Und, wie schaut es aus?

Bei den neuen 2017er Völkern sah es gut aus. Bei der Fetten haben wir jedoch festgestellt, dass es keine Brut gab. Die nichtmarkierte Königin war zudem unauffindbar und die Bienen waren ziemlich nervös (sehr viele sind aufgeflogen). Es könnte sein, dass mit der Königin etwas passiert ist. Der nächste Kontrollgang im März wird dies hoffentlich nicht bestätigen.

18.2.2018 die Hummelkönigin

Hummelkönigin retten

Letzte Woche auf meine Lieferrunde als Ögreissler ist mir eine Hummelkönigin an die Hose geflogen und hat sich dort verkrallt.

Wieso weiß ich, dass es eine Hummelkönigin ist?

Um diese Jahreszeit gibt es nur eine Geschlechtsform bei den Hummeln, die Hummelkönigin. Im Herbst 2017 ist sie als Prinzessin geschlüpft und auf ihrem Jungfernflug begattet worden. Danach sind alle anderen Hummeln gestorben, nur die Königin hat sich im Boden vor den Winter vergraben und hat dort in einer Art Winterstarre überlebt.

Im Frühling ist sie bei den längeren Tagen und höheren Temperaturen wieder erwacht und fliegt aus, auf der Suche nach dem ersten Nektar, um sich zu stärken. Danach sucht sie einen Nistplatz wo sich dann das Volk entwickeln wird.

Diese Hummelkönigin war wohl etwas zu früh unterwegs, und da sie nicht sehr viel Energie mehr hatte, vermute ich, dass sie ziemlich verhungert war.

Was macht man, wenn man so eine Dame von Rang begegnet? Schützen und helfen!

 

Wie? Bienchen vorsichtig in einen Becher nach Hause bringen, und dort ein Tröpfchen Zuckerwasser anbieten. Das Zuckerwasser wirkt wie eine Droge und die Hummelhoheit kriegt einen revitalisierenden Energieschub und ist für die nächsten Tage gerüstet.

Danach, nichts wie raus (falls es nicht zu kalt ist) auf der Suche nach einem guten Nistplatz.

Hummeldaame reanimieren
die erste Hummelkönigin

Mehr ausführliche Info und schönere Bilder zum Thema könnt ihr auch bei NABU  oder in dieser Dokumentation auf Youtube finden.

Und wie geht es unseren Bienen?

Das war letzte Woche ein schönes Frühlingsanzeichen. Momentan hat sich jedoch der Winter wieder fest für 2 Wochen angemeldet.  Unschön zu dieser Zeit, da unsere Völker schon in der Brut sind und nun sehr viel Nahrung verbrauchen werden. Bei der Fetten könnte es mit dem Futter knapp werden. Jetzt die Beute aber aufmachen, wird bei der Kälte sehr viel Energie verbrauchen und ist daher auf jeden Fall zu vermeiden wie in diesen Beitrag beschrieben.

 

11.02.2018 Bienen und Hühner, eine Symbiose?

Wir haben unsere Bienen letzte Woche umgestellt im Hühner Gehege um eine Symbiose her zu stellen.

Die Vorteile vom neuen Standort:

  1. Das Flugloch ist nun gen Südosten ausgerichtet, damit bei schönem Frühlingswetter etwas früher die Sonne reinkommt. Damit wollen wir bewirken, dass es etwas früher am Tag warm ist und die Bienen stimuliert sind und so eine längere Tageszeit haben, wo die Königin stiftet (Eier legt). Ziel ist es früher mehr Brut im Frühjahr zu haben. Zum Thema Wichtigkeit der Frühlingsbrut bei unseren Carnica Bienen schreibe ich später noch einen Beitrag.
  2. Im Süden stehen einige Büsche und Bäumchen, die im Sommer ab Mittag die Beuten beschatten.
  3. Der wichtigste Standort Parameter bei uns im Marchfeld ist der Wind. Bienen haben es nicht gerne windig. Am neuen Platz sind die Beuten von Büschen und Bäumchen im Süden, und von Betonsockel mit Wind- & Sichtschutz im Westen etwas beschützt. Sie haben eine freie Flugbahn Richtung Osten.
  4. Sie stehen jetzt mitten in unserer Hühnerwiese. Solange die Hühner nicht auf die Beuten picken, gibt es eine schöne Symbiose. Unsere „Kampfhühner“ (wie sie liebevoll von uns genannt werden), schützen die Beuten tagsüber gegen andere Vögel und Nagetiere (eine Maus die sich im Gehege verirrt hatte, überlebt maximal 3 Sekunden und Spechte und Krähen trauen sich nicht hinein). Dafür kriegen sie ab und zu Leckerbissen der Bienen: beim Putzen entsorgen die Bienen Eier und Maden, bei denen etwas nicht stimmt, oder kranke Bienen. Diese sind bei den Hühnern als Proteinquelle sehr beliebt . Bei Schneefall finden die Hühnern unter den Beuten ein schönes trockenes Plätzchen, wo es noch etwas Gras zum knabbern gibt

Die Nachteile vom neuen Standort

  1. Die Nähe zum Gebüsch bring auch den Nachteil, dass es nachtaktive Nagetiere gibt, die versuchen könnten in die Beuten zu kommen, um Maden oder Honig zu essen
  2. Da die Abstände zu den Nachbarparzellen in Niederösterreich geregelt sind, sind wir etwas zu weit weg vom hinteren Zaun, um den optimalen Schutz bei Ostwind zu haben.

 

Nun warten wir weiter auf den Frühling…

 

Bienen Hühner Symbiose

04.02.2018 Update: die Fette

Da heute, vor dem vorhergesagtem Kälteeinbruch noch schönes Flugwetter war, haben wir die Zeit genutzt, um bei der Fetten ganz kurz zu kontrollieren, ob die Futterwaben gut angenommen wurde.

Wie man im Bild sieht, sitzen die Bienen auf der Wabe links, die wir letzte Woche hinzugefügt haben. Das heißt, dass die Damen es angenommen haben und nun die nächsten Wochen über 3 kg extra Futter verfügen können .

Da nun doch die Brutperiode gestartet hat und einiges an Brut vorhanden ist, werden die Bienen, trotz der vorher gesagten -8°C die Brut auf einer Temperatur von 35°C halten wollen. Das wird einen sehr großen Futterverbrauch zur Folge haben.

Bei solchen Temperaturunterschieden wird bei reinen Holzbeuten  auch sehr viel Kondenswasser auftreten. Styroporbeuten sind da klar im Vorteil, sie sagen uns aber wegen des künstlichen Materials nicht zu. Das Kondenswasser wird sich dort niederschlagen, wo es kühler ist, auch an nicht besetzten Futterwaben. Diese werden nach einiger Zeit beginnen zu schimmeln, was nicht gut ist für die Hygiene in der Beute und was wir daher unbedingt vermeiden möchten.

Daher haben wir bei der Fetten, wie man rechts im Bild sehen kann, 2 nicht besetzte Futterwaben durch eine dicke Holztrennwand ersetzt und dahinter Zeitungspapier verstaut.

Wenn es Ende Februar wieder über 15°C ist, werden wir weitere Rähmchen ohne Futter und ohne Brut entnehmen und die Bienen noch weiter einengen. Dadurch wird es für sie einfacher sein die Brut warm zu halten und sie können bei Beginn des Blühens von Weiden und Schneeglöckchen schneller in das Frühjahr starten.

 

 

 

Brutraum verkleinern

29.01.2018 Hungertod vorbeugen?

Es gibt mehrere Ursachen durch die Bienenvölker im Winter sterben können.

Neben des Varroabefalls und andere Krankheiten, die man daran erkennt, dass keine Bienen mehr in der Beute sind, weil alle ausgeflogen sind, gibt es leider noch das Verhungern.

Verhungerte Bienen haben ihre Mundwerkzeuge ausgestreckt und sitzen in den Waben.

Völker können aus mehreren Gründen verhungern.

Zum Beispiel durch Futterabriss: wenn die Wintertraube nicht nah genug an der Nahrung sitzt, schaffen es die Bienen nicht mehr zum Honig und verhungern, trotz prall gefüllter Waben in der Beute. Bei unseren Völkern hatte die Fette ein erhöhtes Risiko. Bei der Kontrolle heute, sieht man am Bild, dass die Traube sehr asymmetrisch auf einer Seite sitzt. An der Seite, an der sehr viele Bienen oben sitzen, war das Futter fast komplett verbraucht. Auf der anderen Seite der Beute hingen aber noch 2 volle Futterwaben. Wenn es nun die nächsten 2 Wochen friert, wird sich die Wintertraube zusammenziehen und werden die Bienen im rot gekennzeichneten Bereich keinen Zugang zum Futter mehr haben und innerhalb von 2-3 Tage alle verhungern.

 

Da haben wir eingegriffen und eine volle Futterwabe von der einen Seite weggenommen und an der anderen Seite eingehängt. Somit ist nun wieder an beiden Seiten ausreichend Nahrung verfügbar.

In den folgenden Bildern, liegt jeweils die Windel auf den Beuten und wo die Wabengassen belegt sind, haben wir es blau eingezeichnet.

Einen weiteren Risikofaktor erkennt man bei den Hammiets. Da sitzen die Bienen vom Flugloch entfernt. Normalerweise sitzen die Bienen am Anfang des Winters beim Flugloch und ziehen langsam zur anderen Seite dem Futter nach. Der Eingriff bei dem Volk war einfach: die Brutzarge 180°drehen damit die Bienen beim Flugloch sitzen.

Ein anderer Hungertod kann auch am Nahrungsmangel liegen.

Da ist immer ein abgewogenes Geben und Nehmen notwendig: die Bienen produzieren in der Regel sehr viel mehr Honig als sie im Winter verbrauchen.  Nach der Honigernte im Frühsommer, bleibt unseren Völkern dann die Spättracht im August, September und Oktober und eventuell wird mit Zuckerwasser gefüttert, welches die Bienen verarbeiten und im Brutraum für den Winter einlagern.

In regelmässige Abstände wird die Beute im Winter gewogen um fest zu stellen ob noch ausreichend Nahrung vorhanden ist. Das Hauptrisiko eines Hungertodes kommt im Frühjahr: Heute war zB. 15°C die Königinnen haben angefangen Eier zu legen. Die Wettervorhersage für nächste Wochen ist aber wieder tiefer Frost. Die Bienen werden dann entweder alle Brut abtöten und runterwerfen, oder die Temperatur im Stock nicht mehr abkühlen lassen und versuchen permanent auf 37°C zu heizen, um die Brut zu pflegen.  Dadurch verbrauchen sie viel mehr Nahrung als sonst. So kann vorkommen, dass ein Volk statt 1kg pro Monat 2 kg pro Woche verbraucht und dann reicht die Nahrung nicht mehr. Ähnliches kann im März geschehen, wenn dass Volk richtig am wachsen ist und es 3 Wochen kühles Regenwetter gibt, wodurch keine Tracht und keine frische Nahrung reinkommt.

Bei uns haben die Michis das größte Risiko, da das Volk sehr stark in den Winter gegangen ist, dürften die Nahrungsvorräte bei einem späten oder schlechtem Frühling nicht ausreichend sein.

Anhand der Abfallspuren (hauptsächlich aufgebrochene Wachsdeckel, um Honig zu entnehmen) erkennt man, dass das Volk auf 9 Wabengassen verteilt sitz und wahrscheinlich bis zu 10000 Bienen zählt.

Zwischen Mitte Oktober und Anfang Jänner haben die Völker zwischen 500g und 1,5 kg abgenommen, also ist ausreichend Winternahrung ist noch vorhanden.

 

30.12.2017 Das Jahr geht zu Ende, langsam sterben auch die Bienen

Auch Bienen sterben während des ganzen Winters. Da die Bienen nicht ausfliegen, werden die toten Bienen auch nicht mehr entsorgt. Da helfen wir etwas nach, um Krankheiten zu vermeiden und Bienen den Energieverbrauch zu vermeiden und fegen sie regelmäßig weg.

Neben dem Beobachten der Windel, gehört das Zählen toter Bienen zu den Hausaufgaben des Imkers, um so die Gesundheit des Volkes zu beobachten ohne die Wintertraube zu stören.

Zirka ein Viertel des Volkes stirbt zwischen Oktober und Februar. Alles im Bereich von 20 Tote Bienen pro Tag ist daher normal. Bei unserem stärksten Volk „die Michis“, die mit schätzungsweise 10000 Bienen in den Winter gegangen sind, kommen da ein paar tausende tote Bienen zusammen.

 

 

25.12.2017 Weihnachtsausflug

Weihnachten, wir sitzen am Tisch und auf einmal fällt uns eine Biene draussen am Fenster auf. Wir schauen zu den Beuten und tatsächlich, die Mädels fliegen.

Unglaubliche 12 Grad und die Bienen sind aus dem Häuschen. Da wird die Gelegenheit genutzt etwas Ballast los zu werden und frisches Wasser zu holen. Zuerst werden Tautröpfchen vom Rasen aufgesaugt. Nachdem sie die Tränke der Hühner entdeckt haben, haben wir ein Tuch hineingelegt damit sie nicht ertrinken. Diese neue Tränke war dann bis Sonnenuntergang sehr beliebt.

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17.12.2017 Kollektivheizung im Winter

Im Winter sitzen alle Bienen in der Beute um die Königin herum in der sogenannten Wintertraube.

Die Temperatur kühlt auch innen langsam ab. Um nicht zu erfrieren und zu verhungern (Bienen können nur flüssige Nahrung aufnehmen und der Honig erstarrt bei der Kälte), erzeugen die Winterbienen ab und zu eine Heizungsspitze, verbrauchen dabei sehr viel Honig und füllen sich die Honigblasen wieder mit aufgewärmten Honig.

Als Zentralheizung setzen sie kollektiv ihren Flugmuskeln ein und steigern die Temperatur in der Beute bis über 30°C an. Dabei verbrauchen sie in ein paar Stunden soviel Energie, wie ein Mensch der 50km läuft.

Während des Winters wandern kontinuierlich Bienen von der kalten Traubenoberfläche nach drinnen, um sich wieder aufzuwärmen (so wie es die Pinguine auf der Antarktis tun, aber in 3 Dimensionen).

Bienen zugeschneit