06.05.2018 Schleudern weil Brutraum verhonigt ist

Wie im Beitrag letzter Woche beschrieben, haben wir ein erhöhtes Risiko auf Schwärmen vermutet. Die Durchsicht heute zeigte nur bei einem Volk einen Erfolg der eingesetzten Massnahmen. Für die anderen mussten wir schleudern, um wieder Platz im Brutnest zu schaffen .

Schwärmindikatoren

Der geschaffene Platz durch neue Mittelwände wurde auch verwendet um Weiselzellen (Königinnenzellen) anzulegen, bei den Daniels waren die sogar bestiftet.

Platz muss her, daher mussten wir schleudern
Die neue Mittelwand von letzter Woche wurde fast komplett ausgebaut, bereits bestiftet mit offene Brut, ein Honigkranz ist in orange eingezeichnet oben , Pollen sind eingetragen (rote Pfeile) 2 Spielnäpfchen (mögliche zukünftige Weiselzellen mit grünen Pfeilen) stehen drauf und unten in weiss ist das Rähmchen noch nicht ausgebaut. Das Schleudern hat weiteren Brutplatz auch für dieses Volk geschaffen.

Wie man am Bild von eine neuen Mittelwand letzter Woche bei der Michis sieht, ist diese noch nicht ganz ausgebaut, aber bereits voller Stifte. Da war das Volk in Eile diese auch zu füllen. 2 Tage später waren auch diese Rähmchen voll und es gab wieder keinen Platz mehr für die Königin.

Was ist zu tun?

 

  1. Weiselzellen und Spielnäpfchen entfernen
  2. Arbeiterinnen und Sammlerinnen ablenken (durch neue Arbeit)
  3. Platz machen:

Raum zum Bauen, Brüten und Honig lagern muss her.  Daher haben wir „wieder“ etwas umgebaut.

Daniels

Bei den Daniels hatten wir letzte Woche am Anfang der Akazienblüte einen 2. Honigraum aufgesetzt, damit es Bauarbeit und Platz zum Honig lagern gibt. Diese Flachzarge wurde von den Bienen komplett leer gelassen und stattdessen wurde der Brutraum noch weiter verhonigt. Dass wir zu spät waren mit dem ersten Honigraum, zieht sich leider wie ein roter Faden weiter.

Die leere Flachzarge haben wir heute daher zwischen den Bruträumen gestellt, um den Ausbau zu beschleunigen (es ist unnatürlich eine so grosse Öffnung zwischen den Waben zu haben, daher wird diese als Notbau schnell mit sehr grossen Zellen verschlossen, Idee ist das die Arbeiterinnen abgelenkt sind, die Königin Platz hat zum Stiften in den neuen Raum und somit jeglicher Schwarmgrund genommen wird).

Die Fette

Unser Wirtschaftsvolk von 2017

Anders als bei den Daniels haben wir beim zugesetzten 2. Honigraum letzte Woche 2 bereits ausgebaute und gefüllte Honigwaben in die Mitte gehängt.

Der Honigraum wurde angenommen. Diese Beute sieht so aus, wie man es sich wünscht. Auffällig war jedoch, dass im Brutraum sehr viel Platz für Brut frei war. Im bestiftetem Zentrum des Brutnestes waren teilweise 1 auf 3 Zellen nicht bestiftet.

Die Arbeiterinnen hatten bereits im untersten Brutraum 2 bestiftete Weiselzellen angelegt. Was ein Indiz dafür sein kann, dass die Legeleistung der Königin nachlässt und das Volk diese ersetzen möchten (eine stille Umweiselung). Da das Volk sich nach wie vor beispielhaft verhält, möchten wir erstmal keine neue Königin haben.

Die Weiselzellen haben wir entfernt. Wenn das Volk in 2 Wochen, nach der Akazienblüte, nach wie vor umweiseln möchte, werden wir die Königin entfernen und das Volk ihren Wille geben. Ohne Königin unterbrechen wir die Eiablage 4 Wochen und könnte es Ende Juni Schluss sein mit der Honigernte bei der Fetten (es sei denn wir unterstützen mit Bienen und Brut von anderen Völkern um deren Schwärmdruck zu reduzieren). Da noch ausreichend Platz im Brutraum und Honigraum vorhanden ist, können wir die Damen weiter in Ruhe lassen.

Die Hamiets & Die Michis

 

Beide sind sehr stark aus dem Winter gekommen, die Unterschiede sind jedoch sehr interessant.

Beide 2 Vollzargen Brutraum, beide Flachzarge letzte Woche nicht angenommen, beide den oberen Brutraum als Vollzarge verhonigt und alle Plätze im Brutraum belegt. Letzte Woche haben wir bei beiden die gleichen Massnahme ergriffen und 1 zusätzliche mit Mittelwänden bestückter Flachzarge zwischen gestellt. Bei den Michis, da diese letzte Woche schon in Schwarmstimmung waren, haben wir damals einen leeren Vollzargen Brutraum mit Mittelwände untergesetzt.

Es sah danach so aus:

4 Beuten zander vo der Notschleuderung
Anordnung am 03.05.2018 der Stadtmauerhonig beuten

Die Hammiets haben die beiden Flachzargen als Honigraum angenommen, die Michies nicht.

Die Hammiets haben immer noch keine Schwarmlust, die Michis schon (Weiselzellen inlusive).

Die Hamiets waren im Herbst noch ein kleineres Volk. Nachdem der oberste Brutraum voller Honig war, haben wir die Flachzargen als Honigraum zwischen gestellt.

Da nun nur noch 1 Vollzarge als Brutraum unten war, könnte es sehr schnell knapp werden mit Brutraum bei den Hammiets.  Und so ist es geschehen. Der alte obere Brutraum den wir oben als Honigraum gestellt hatten, war voller Honig und sogar schon verdeckelt. Die Flachzarge dazwischen wurde angenommen. Da blieb dann nur der untere Raum als Brutraum übrig. Und was sehen wir heute; den haben sie auch mit Honig zugemacht. Also muss Platz für die Königin zum Eier legen geschaffen werden, sonst fehlt der Nachwuchs und sie schwärmen.

 

Bei den Michis war ausreichend Platz und die haben die neue Flachzarge nicht angenommen, trotz grossem Zwischenraum aber weiterhin Honig ganz oben eingelagert.

Schleudern

 

Da wir unsere Vollzargen für Ableger brauchen (siehe Sommerplan), konnten wir auch bei den Hammiets keine extra Vollzarge unterstellen. Die brauchen wir nächste Wochen, um neue Völker zu bekommen. Also müsste einer der 5 Vollzargen geschleudert werden, damit wir den als Brutraum den Hammiets unterstellen konnten.

Wir haben den Spritztest gemacht und auch Feuchtigkeit gemessen. Mit 17% Feuchte lag diese ausreichend unter das Maximum und wir konnten den Honig schleudern, um Platz zu schaffen. Wir haben 5 Waben der Hammiets und 5 Waben der Michis genommen und geerntet.  Die leeren Waben haben wir dann wieder bei den Hammiets als Brutraum untergestellt.

Und wie schmeckt er?

Der erste Honig ist auffällig herb in Geschmack.

Und was machen wir nun mit diesem 1. Honig?

Im letzten Jahr ist nur der erste Honig auskristallisiert. Da wir dieses Jahr gerne mal einen Cremehonig machen würden, können wir diesen dafür verwenden.

Wo bestellen?

Kaufen könnt ihr den in unserem Ögreissler Shop.

 

Wie geht es weiter?

Akazienhonig eintragen, Mittelwände ausbauen, Brut anlegen und pflegen, und nachschauen ob die Schwarmlust abnimmt.

29.4.2018 Zu spät den Honigraum aufgesetzt

Vor 2 Wochen haben wir den Honigraum ganz oben aufgesetzt. Im nach hinein beurteilt: das war zu spät. Die Honigräume wurden bei den grösseren Völker nicht angenommen. Die Tage vor dem Aufsetzen gab es ausreichend Tracht. Die noch relativ kleinen Völker haben dann in den bereits früher aufgesetzten Brutraum massiv Honig eingelagert.

 Brutraum wurde zum Honigraum, weil wir zu spät waren.

 

Beim Einlagern der Vorräte, beginnen die Bienen an der Stelle, die am weitesten von dem Einflugloch ist.  Dort ist der Honig am besten vor Honigdieben und Räubern geschützt.

Wie im Beitrag im März beschrieben, gibt es verschiedene Beutesysteme. Bei der horizontalen Bienenkiste ist der Honigraum zum Beispiel ganz hinten. Bei Zander Kranz, ist der Honigraum ganz oben.

 Was ist passiert?

 Da es die Tage vor dem Aufsetzten des Honigraums bereits ein üppiges Angebot an Nektar gab, haben die Arbeiterinnen bereits fleissig Honig eingelagert. Diesen Honig haben sie nach ganz oben gelagert. Das „ganz oben“ waren die Rähmchen in der oberen Brutzarge. Wenn der Honig ausreichend getrocknet wurde, wird er mit Verdecklungswachs verschlossen (verdeckelt). Nach und nach arbeiten sich die Damen nach unten vor. Als wir dann den Honigraum aufgesetzt haben, sind die Arbeiterinnen nicht mehr nach oben gegangen, um diesen auszubauen und haben stattdessen den Brutraum verhonigt. Damit wird es recht schnell keinen Platz mehr für die Königin zur Eiablage sein. Die Königin legt derzeit bis zu 2000 Eier am Tag.

Brutraum verhonigt weil zu Spät den Honigraum aufgesetz
Die Brut ist zusammengedrängt in der Mitte vom Bruträhmchen (rot), der Rest ist voller Honig (grün)

Was haben wir gemacht? 

1.       Flachzarge und Vollzarge ausgetauscht, damit der alte Vollzargen Brutraum nun der obere Honigraum ist. Der natürliche Arbeitsvorgang wird nach unten weitergeführt, d.h. die Flachzarge wird nun als Honigraum ausgebaut. Eine weitere Honigraumerweiterung können wir dann im Mai darunter setzten.

2.       Aus dem Brutraum haben wir 3 Rähmchen Brut geholt und bei den kleineren Völkern eingesetzt. Die entstandene Lücke haben wir mit 3 neuen Rähmchen mit Mittelwänden gefüllt. Ziel ist es für die Königin Platz zu schaffen, damit das Volk nicht schwärmen will. Gleichzeitig erhalten die kleinen Völker durch die zugesetzte Brut einen mächtigen Schub weil die so 15000 Bienen „geschenkt“ bekommen haben.

Auf einem Rähmchen ist Platz für ca. 5000 Stifte, wenn die Königin ca. 2000 Eier legt, kaufen wir damit ca. 7 Tage Zeit. Hoffentlich ist bis dahin der Honig reif, so dass wir den Vollzargen Honigraum schleudern können und danach die Rähmchen in den Brutraum hängen, damit sie bebrütet werden können.

 Schwärmen

Die Völker explodieren jetzt regelrecht. Zusammen mit dem massiven Honigeintrag führt das dazu, dass die Beuten zu klein werden. Die Bienen ziehen sich eine neue Königin und die alte Königin verlässt mit der Hälfte der Bienen das Nest als Schwarm, um anderswo ein neues Volk zu gründen. Dadurch wird die Honigeinlagerung abgestoppt und alles sortiert sich neu. Die Bienen fangen an Schwarmzellen (Weiselzellen) oder Zellen für eine neue Königin zu bauen wenn zu wenig offene Brut vorhanden ist. Das heisst, dass das Volk mit der Königin nicht zufrieden ist (z.B. zu alt und schlechte Legeleistung), oder dass es zu wenig Platz gibt. Zwischen dem Bau einer Weiselzelle und dem Ausschwärmen liegen mindestens 1-2 Wochen. Daher kontrollieren wir jetzt jede Woche die Beuten auf Schwarmtrieb.

Schwarmrisiko

Da unsere Honigräume nicht angenommen wurden und dass Brutnest teils verhonigt ist, ist die Chance recht gross, dass die grösseren Völker schwärmen wollen. Durch ausreichend Platz zum Brüten, und dem neuen Honigraum, verringern wir den Druck massgeblich und hoffen so einem Schwärm vorzubeugen. Wir werden aber genau beobachten müssen, ob die Größe des Brutraums bis zum Honig schleudern reichen wird.

Die nächsten Tage werden spannend. 😊

 

Übrigens schlüpfen derzeit sehr viele Holzbienen

 

Eine Holzbiene auf der Hand om Stadtmauer Honig Imker
Eine Holzbiene auf der Hand om Stadtmauer Honig Imker

 

22.04.2018 Innenausbau aus Holz

Für den Innenausbau werden Rähmchen, Abstandhalter, Mittelwände, ein Hammer und ein Transformator benötigt.

 Welches Design nehmen wir?

 

Beim Design des Innenausbaus gibt es wieder viele unterschiedliche Systeme und Methoden. Die hängen von der Wahl des Beutesystems ab. Wie im Beitrag von den neuen Beuten erklärt, verwenden wir das Magazinbeutesystem Zander Kranz. Dabei gibt es im Brutraum (bei uns Vollzarge) Standardabstände. Diese sind unterschiedlich als bei Zander Normalmaß. Daher passen die Rähmchen von verschiedenen Systemen nicht zu einander.

 

Rähmchen

Grundstruktur sind bei jeder Magazinbeute die Rähmchen aus Leichtholz. Sie erleichtern die Handhabung und erlauben es (ohne die Wabenstruktur beim Ernten zu zerstören) einzelne Rähmchen einfach zu entnehmen. Das war ein richtiger Fortschritt in der Bienenhaltung. Das heißt, dass der Imker auch im Brutraum eine Durchsicht der einzelnen Waben machen kann.

Abstandhalter

Damit die Bienen gut in der Beute herumgehen können, und damit die Luftzirkulation gewährleistet ist, wird ein Abstand zwischen den Rähmchen benötigt. Wenn der Abstand zu klein ist, passen die Bienen nicht hindurch, und bauen sie eventuell zu. Wenn der Abstand zu gross ist, bauen sie neue Waben zwischen den Rähmchen als Wildbau. Als Hilfsmittel haben wir Abstandhalten in die Rähmchen hineingenagelt.

Rähmchen wo einen Abstandshalter aus Holz reinkommt als erster Schritt beim Innenausbau
Abstandshalter aus Holz wird reingenagelt

Vollzarge Magazin

Eine Entscheidung, die man bei dem Magazin auch fällt, ist die Unterlage, auf der die Rähmchen liegen. Die meisten Zander Kranz Beuten sind ganz normal aus Holz gefertigt. Für den Brutraum, der das ganze Jahr verwendet wird, nehmen wir einen dünnen Lauf aus Edelstahl, damit die Rähmchen nicht so feste kleben. Die Bienen verkitten gerne alles im Stock mit Propolis und da kann es recht mühsam sein, die Rähmchen zu lösen.

 

um nicht zu feste verkittet zu sein benutzen wir einen edelstahl lauf in den Brutraumen
3 fertiggestellte Rähmchen liegen auf dem Edelsstahllauf

Mittelwände einlöten

Wir geben aus dem Wachs vom Vorjahr gepresste Mittelwände hinein. So geben wir den Bienen einen kleinen Vorsprung beim Ausbauen im Frühjahr. Man kann bereits gedrahtete Rähmchen kaufen oder ungedrahtete. Bei den gedrahteten, ist ein Edelstahldraht mehrfach von oben nach unten durch das Rähmchen gespannt. Da legen wir die Wachsplatte drauf, legen für 3 Sekunden den Transformator an. Der Draht wird heiss und schmilzt ins Wachs hinein. Schon sind die Mittelwände, der Rohbau fertig.

Mittelwand im Rähmchen beim Einöten
ein Kurzschluss über den Edelstahldraht lässt das Wachs schmelzen und die Mittelwand in die richtige Position kommen und schon ist der Innenausbau fertig

 

 

15.04.2018 Honigraum aufsetzen

Die schnelle Frühlingsentwicklung (Ringlotten, Marillen, Nektarinen und Birnen blühen alle in der gleichen Woche) bringt eine Flut an Nektar und Pollen.  Die Königinnen stiften in sehr großen Zahlen. Fast jeder Wabe im ersten Brutraum hat nun Stifte (Eier) oder bereits Brut. Ausnahme sind die Randwaben, in denen Futter lagert.  Wegen des sehr grossen Nektarangebots und der guten Verfassung der Völker, haben wir bei den stärksten Völker letzte Woche bereits einen weiteren Brutraum aufgesetzt. Bei einigen Völkern setzten wir heute den erste Honigraum auf, und mit etwas Glück gibt es in ein paar Wochen den ersten Honig.

Honigraum?

Wir benutzen Flachzargen im Zander Kranz System. Diese Zargen sind weniger hoch als die Vollzargen. Sind die Flachzargen voller Honig wiegen sie bis zu 25kg. Die Vollzargen würden bis zu 40kg wiegen, was zu schwer ist für ein einfaches Hantieren. Wir benutzen Vollzargen für das Brutnest unten, und der Honig wird oben in die Flachzargen gelagert.  Der Honigraum ist der Bereich über dem Brutnest wo die Bienen von oben nach unten den Honigvorrat anlegen.

der Honigraum wird aus den schmalen Zargen gebaut
Unsere neuen Zargen sind frisch gestrichen: unten stehen die Flachzargen, die später oben in der Beute als Honigraum aufgesetzt werden

 

Wie setzt man den Honigraum auf?

Das geht bei gutem und stabilem Wetter und bei Tracht und Flugverkehr recht entspannt (siehe Video von den Daniels): Deckel weg, unter die Plastikfolie Rauch reinpusten, damit sich die Bienen nach unten zurück ziehen, Flachzarge drauf, Folie und Deckel zu und fertig.

Wählerische Bienen?

Normalerweise dauert der Frühling etwas länger und die erste große Tracht ist die Kirschblüte. Da nun fast alles gleichzeitig blüht, ist auffällig wie wählerisch die Bienen sind. Die kleinen Obstbäumchen, die neben der Beute stehen,  werden nur von Wildbienen besucht. Alles was zu klein ist, oder nicht den besten Reiz hat, wird links liegen gelassen. Sogar der große Kirschbaum in der Nähe, der sonst immer das Highlight war, wird nur nebenbei angeflogen. Der Löwenzahn der nur ein paar Tage massiv blüht, und letztes Jahr einen Flugstau verursachte, wird kaum besucht.

Obstblütenhonig?

Es zieht die Damen zu einer Zwetschke und der absolute Renner sind die Birnenbäume. Dessen Honig soll angeblich sehr köstlich sein.

Leider gibt es den dieses Jahr nicht für uns. Durch den späteren Frühling ist unsere Bienenmasse noch zu klein. Uns fehlen zudem ausgebaute Honigwaben vom Vorjahr. Somit müssen die Bienen ihre Energie und den ersten Ertrag in die Wachsproduktion stecken. Das Wachs benötigen sie um weitere Brutzellen und Honigwaben aufzubauen. Bis sie ausreichend Honig einlagern, blühen die Birnen nicht mehr.

Wieso sind einige Völker nun doch grosser?

 

Der Massenwechsel ist da, und die kleineren Sommerbienen ersetzen nun die Winterbienen. Bei den kleineren Völkern (momentan die Daniels und die Fette) sind noch ein paar Winterbienen zu sehen. Bei den grösseren Völkern (Hammiets und Michis) sieht man sie nicht mehr. Dass die Bienen die draussen sind neu sind, spürt man.

Bei der Fette zählen wir 3 Rähmchen voller Stifte bei der Kontrolle am Mittwoch. Das bedeutet, dass die Königin bis zu 2000 Eier am Tag legt. Das ist deswegen notwendig, um in kurzer Zeit viele Biene zu bekommen

In der Beute gibt es ausreichend Arbeit:

  1. Zuerst kommt die Brutpflege. Bei kleinen Völkern, in denen viele Stifte gelegt wurden, könnte es zu wenigE Bienen geben, die diese Brut pflegen. Das ist ok so lange die Temperaturen hoch sind.
  2. Danach müssen sie neue Rähmchen für die neue Brut und für die Honiglagerung bauen. Wie im Beitrag von vor ein paar Wochen  beschrieben , schwitzen die Bienen Wachs aus ihren Wachsdrüsen. Man kann rechnen, dass ca 10kg Honig benötigt werden, um 1 kg Wachs zu produzieren. Um die Bienen zu unterstützen, geben wir ihnen vorgefertigte Mittelwände aus Bienenwachs.
  3. Dann gilt es Wasser und Nahrung einzusammeln. Damit wird die Brut gepfleg, aber es werden auch bereits Vorräte aufgebauen.

Falls eines dieser Aufgaben nicht ausreichend nachgegangen wird, herrscht ein Ungleichgewicht und das Volk kommt aus der Balance.

Entweder es gibt keinen Platz mehr für neue Brut weil der Platz aufgebraucht ist, oder es gibt zu viel Brut und zu wenige Arbeiterinnen, bei Kälte unterkühlt die Brut und wird krank (Kalkbrut). Um das Risiko etwas zu reduzieren, lassen wir die Windel derzeit noch drin.

Oder es gibt zu wenig frische Nahrung und das Volk hungert.

In den meisten Fällen, wenn ein Volk aus der Balance ist, ist die natürliche Reaktion der älteren Arbeiterinnen/Flugbienen im Volk eine neue Königin zu züchten und in ein paar Wochen mit der Alten aus zu schwärmen und ein neues Volk zu stiften.

Wie geht es weiter?

Wir wollen immer einen guten Eindruck vom Zustand unserer Völker haben. Daher werfen wir alle 10-14 Tage einen kurzen Blick rein. Dann beobachten wir ob und wo Unterstützung notwendig ist (sei es durch extra Bienen, extra Bauarbeit, extra Honigraum). Feststellen lässt sich auch welches Volk unrund ist und ausziehen möchte. Mit unseren 4 Völkern gibt es ausreichend Handlungsspielraum auszugleichen. Unsere geplanten 2 neuen Völker kommen erst gegen Sommer dazu, bis dahin gibt es aber noch einiges zu tun.

 

Zum Schluss zeigen wir noch ein paar Bilder dieser Woche.

 

Stadtmauerhonigbiene auf dem Weg zur Nektarinenblüte
Stadtmauerhonigbiene auf dem Weg zur Nektarinenblüte
Bei etwas angehäufte Erde fliegen roten Mauerbienen ein und aus
Mauerbienen im Erdloch

 

08.04.2018 Gatsch für die Bienen?

Vielleicht habt Ihr es in der Nähe schon einmal beobachtet, wenn es geregnet hat oder auch in den Blumenkisten am Balkon: Bienen lieben es Gatsch zu schlecken.

 

Was ist im Gatsch drin, dass es die Bienen so mögen?

Wasser und Mineralien

Der Hauptbestandteil vom Gatsch, weshalb die Bienen hinfliegen, ist Wasser. Wenn man ein Schälchen sauberes Wasser (mit Korken versehen, damit sie nicht ertrinken) zur Verfügung stellt, werden sie trotzdem den Gatsch vorziehen.  Das liegt an den Mineralien, die im Schlamm enthalten sein. Diese benötigen die Bienen auch in sehr kleinen Mengen und wenn es im Wasser bereits enthalten ist, brauchen sie die nicht extra suchen.

Pflanzenerde in Keimtöpfchen

Wir verwenden die biologisch abbaubaren Obst- und Gemüseverpackungen, wie nach der Ögreissler Bestellung übrig bleiben als Ansetzschalen für die Aussaat. Wir füllen sie mit einer Kokosmulch-Aussaaterden Mischung und pflanzen die Samen ein. Wenn die Sonne scheint, kommen die Schälchen gut gegossen raus auf die Terrasse.

Und dies zieht die Bienen magisch an. In diesem Töpfchen im Bild könnten wir 9 fleißige Bienen zählen.

 

Statt Gatsch geht auch feuchte blumenerde
Nachdem der Gatsch eingetrocknet ist, zieht es die Stadtmauer Honig Bienen in die Aussaaterde. Sie kratzen die Oberschicht weg um die Feuchte drunter aufzunehmen

Wer sitzt denn im Gatsch?

Hauptsächlich sitzen dort die älteren Bienen. Wie man die ältere Bienen erkennen kann, habe ich im vorherigen Beitrag beschrieben. Im letzten Lebensabschnitt einer Arbeiterin, werden diese nämlich zu Wasserträgerinnen.

Wie geht es den Stadtmauer Honig Bienen?

Momentan geht es ihnen blendend. Es gibt ausreichend Tracht, nicht nur die Ringlotten an der Stadtmauer blühen, sondern bereits in einigen Gärten die ersten Marillen und Nektarinen.  An wärmeren Tagen sind die Bienen im Aufbau des Volkes. Die Michis und Hammiets haben mittlerweile alle 10 Rähmchen des Brutraums belebt und werden bald einen 2. Brutraum benötigen. Die Daniels und die Fette haben da noch etwas mehr Zeit.

Wildbienenzeit

Spannend zu beobachten bei den blühenden Obstbaumen ist die Vielzahl an Wildbienen, die es gibt. Zu Schluss noch 2 Bilder von einer Mauerbiene, die  beim Marillenbaum Pollen sammelt. Und eine erste Sichtung von „Batman“, Europas größter Biene: die Holzbiene, die wir jetzt schon beobachten konnten.

Holzbiene beim Marillenbaum
die „Fledermaus“ die da links oben im Bild fliegt ist eine Holzbiene
Marillenblüte mit Mauerbiene
Eine Mauerbiene sammelt beim Marillenbaum Pollen

01.04.2018 im Frühjahr die Volksstärke schätzen?

Der Massenwechsel der Bienen müsste jetzt eigentlich abgeschlossen sein. Letztes Jahr Ende März haben bereits die Kirschen angefangen haben zu blühen, während heuer gerad die Weiden ausgelaufen… Da sind wir also dieses Jahre locker 2 Wochen später dran. Zeit also an einen Frühlingstag die Bienen zu zählen und eine relative Volksstärke aufzustellen und zu sehen, ob die Bienen gleich hinterher hängen oder unsere Massnahmen doch den Rückstand verringern konnten.

Wie kann man die Volksstärke einschätzen?

Am genauesten ist es, wenn man die Beute am Abend öffnet, wenn alle Bienen drinnen sind  und dann schätzt wie viele Bienen in der Beute sind, wie in dieser Beitrag erklärt.

Alternative: Flugloch beobachten

Bei der oben beschriebenen Methode greift man doch recht stark in das Volk ein. Da es noch immer relativ kalt ist, wollen wir mit eurer Hilfe eine andere Methode testen: die Fluglochbeobachtung.

Wie funktionniert das?

 

Mit einer Handykamera 1 Minute lang das Flugloch filmen und Bienen zählen:

  1. Wieviele Bienen fliegen raus?
  2. Wieviele Bienen kommen zurück?

Dann gibt es bei den Bienen, die zurück kommen noch ein paar extra Beobachtungen zu machen:

  1. Wieviele haben Pollen dabei (gelbe Pollentäschchen auf den Hinterbeinen wie im grünen Kreis). Die anderen Bienen haben entweder Nektar mit (eher die Jüngeren, wie die im gelben Kreis), oder Wasser (eher die Älteren, wie die im roten Kreis).

    mehrere Bienen am Flugbrett ende März bei den Hammiets, als Beispiel wie man Volksstärke schätzen kann .
    Ein Foto zum Erklären wie welche Biene aussieht
  2. Wie viele junge und wie viele alte Bienen sind dabei? Die jungen schauen kuschelig gelb auf der Brust aus (wie die gelb eingekreiste Biene), die alten Bienen erkennt man daran, dass die Brust fast glänzend schwarz poliert ist, da alle Härchen bereits abgeschliffen sind (wie die rot eingekreiste im Bild).
  3. Wie viele Winterbienen sind da noch drin (die sind erheblich grösser als die neuen Sommerbienen)?

Wollt Ihr helfen die Volksstärke zu schätzen?

 

Dann fügt gerne Eure Ergebnisse als Kommentar zu diesem Blog ein.

Die Fette (grünes Einflugloch)

Die Daniels (rotes Einflugloch)

 

Die Hammiets (gelbes Einflugloch)

 

Die Michis (blau Einflugloch)

Die Ergebnisse wären dann eher eine grobe Schätzung der Volksstärke, im relativen Vergleich zu den anderen Völker am Standort.

Also wieviele zählt Ihr?

25.03.2018 die Palmkätzchen sind da

Statdmauer Honig Biene erntet die Pollen von einen der ertsen Palmkätzchen in 2018

Die Palmkätzchen sind endlich da. Die ersten Staubblätter sind vor dem Frost  eingefroren. Dieses Wochenende jedoch blühen sie in Hülle und Füllle. Sie zeigen in kräftigen Farben, um die Bestäuber anzulocken.

Statdmauer Honig Biene erntet die Pollen von einen der ertsen Palmkätzchen in 2018
Stadtmauer Honig Biene erntet Pollen von einen der ersten Palmkätzchen

Was kann man so beobachten bei den Palmkätzchen?

 

Palmkätzchen endlich da
die ersten Palmkätzchen unserer Weiden blühen

Wieso die Bananenform?

Palmkätzchen blühen nicht überall gleichzeitig. Wie man beim grünen Pfeil sieht, beginnt das Blühen an der Stelle, an der die meiste Sonnenwärme gelangt. Von dort blühen die Kätzchen weiter in die Richtung mit weniger Wärme. Da es doch noch recht kalt ist geht dies sehr langsam. Beim grünen Pfeil ist bereits die der Sonne geneigten Seite aufgeblüht, während die andere noch etwas mehr Wärme zum Blühen benötigt. Die Sonnenseite wächst schneller, die andere Seite nicht und so entsteht die Bananenform.

Wieso habe ich das bei meiner Tischdekoration nicht?

Wenn es nun auf einmal sehr warm werden würde (z.B. 23°C) dann werden alle Blüten gleichzeitig aufblühen, und es entsteht ein schön symmetrisches Blütenbild. Das kann man gut beobachten bei Kätzchen, die man sich als Tischdekoration zu Hause in eine Vase stellt.

Kreis lesen?

Im blauen Kreis kann man die bereits geernteten Staubblätter sehen. Sie haben bereits keinen Pollen mehr und sind leer. Die Blüten daneben laufen nun auch auf in der Nachmittagssonne und so entsteht ein gelber Kreis aufs Palmkätzchen. Die Bienen bringen den Pollen der heranwachsenden Brut. Dazu findet Ihr im vorherigen Beitrag.

Woher kommt der Name Palmkätzchen?

Hier gibt es doch gar keine Palmen? Es sind die Blüten von mehreren unterschiedlichen Weidesorten die so genannt werden. Dieser Name, wie man hier lesen kann,  kommt aus der Not der Christen, die an Palmsonntag einen Palmwedel brauchen. Da im Norden aber keine Palmen wachsen, wurde als Ersatz diese Weideästchen genommen und mit den Blüten zusammengebunden. Da die so dicht behaart aussehen wie ein kleiner Katzenschwanz, entstand daraus der Begriff Palmkätzchen.

 

Wo sind die Bienen noch?

Stadtmauerhonigbienen bei der ersten Ernte
Eine Stadtmauer Honig Biene erntet eine Krokusblüte, die aus einem getrocknetem Tannenzweig blüht
Bienen auf gelber Krokusblüte
2 Stadtmauer Honig Bienen auf Krokusse

Schneeglöckchen und was sind die blauen Blüten?

 

 

18.03.2018 und noch einen Wintereinbruch mitte März

Nur einige Tagen durften wir den Frühling genießen. Nun mitte März ist der Wintereinbruch mit bis zu -6°C wieder da.

Wie geht es den Bienen?

Die Damen haben sich wieder völlig in eine Wintertraube zurückgezogen. Wie im Beitrag vom 25 Februar beschrieben, haben wir damals diese Rähmchen zur Dämmung eingelegt. Ziel war es das sich entwickelnde Brutnest besser vor der Kälte Ende Februar zu schützen.

Wintereinbruch bei den Bienen
Wintereinbruch mitte März 2018 alle Bienen bei den Hammiets zwischen den Dämmrähmchen bei der Brut

Während des frühlingshaften Wetters letzte Woche haben wir die Beute verkleinert. Dazu haben wir weitere leere Rähmchen entnommen und die Bienen um das Brutnest herum eingeengt: 2-3 Rähmchen Brutnest in der Mitte, daneben hängen halbvolle bis volle Futterwaben und als Abschluss beidseitig die helleren Dämmrähmchen. Ausserhalb der Dämmrähmchen (hier auf der linken Seite) hängen fast leeren Futterrähmchen. Diese verbleiben, damit die Bienen bei wärmerem Wetter das restliche Futter von dort in den eingeengten Brutraum eintragen.

Wieso einengen?

Es gibt mehrere Gründe die Bienen einzuengen. Wir machen es hauptsächlich aus hygienischen Gründen. Alle leeren Waben kommen raus, damit sich dort keine Pilze oder Krankheiten und Schädlinge einnisten. Sobald das Brutnest voll ist, hängen wir frische Mittelwände dazu, die komplett neu ausgebaut werden. Mehr dazu in späteren Beiträgen.

Was ist aus der Brut von vor dem Wintereinbruch von Februar geworden?

 

Die Folgen der Massnahmen von vor 5 Wochen, vor dem ersten grösseren Wintereinbruch, ist an der Bienenmasse bereits zu bemerken. Die Brut wurde erfolgreich warm gehalten und nun sind erheblich mehr neue Bienen in den Beuten als noch vor 4 Wochen.

Wie sieht es mit dem Frühling und der Nahrung aus?

 

Futter ist in den Beuten nach dem Einengen noch ausreichend vorhanden. Normalerweise sind ende März schon ein paar Wochen ausreichend frischer Pollen vorhanden. Dieser dient als Futter für die Brut. Da nach dem erneuten Wintereinbruch die meisten Weidekätzchen noch nicht ausgelaufen sind, wird es eine Explosion an Pollen geben, sobald diese Kältephase vorbei ist.

Die Haselnüsse, Birken, Weiden und viele Osterblumen werden alle auf einmal auslaufen. Das wird zwar unschön für die Allergiker (ein Tagesbericht dazu gibt es  bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik), gleichzeitig schafft dieses Wetter ein massives Pollenangebot für die Bienen.  Falls zu wenig Nektar zur Verfügung steht, gibt es ein kleines Risiko, dass die Sammlerinnen zu viel Pollen eintragen und kein Platz mehr für die Brut oder später Nektar ist. Dann werden die Bienen unruhig  und schwärmen so gegen mitte April.

Um das zu vermeiden, schaffen wir Platz , sobald das Wetter besser wird. Dann werden die Beuten vergrößert und mit neuen leeren Mittelwände bestückt. Diese auszubauen, wird dann gleich eine der ersten Aufgaben sein.

 

11.03.2018 Frühjahrsputz bei den Stadtmauerhonigbienen

Die 20°C haben wir nicht erreicht, dennoch ist der Frühling da, Zeit also für den Frühjahrsputz. Am Mittwoch ging es los, da haben wir zum ersten Mal seit ein paar Wochen überzeugende 2-stellige Temperaturen über null gemessen. Zeit zum Aufräumen, auch bei den Bienen.

 

 

1. Entlastungsflug

Es war lange kalt und gesunde Bienen koten nicht in ihre Beute ab. Da kann man sich vorstellen, wie angenehm der erste Frühlingsflug sein kann wenn die Bienen auch ihren Frühjahrsputz angehen können.

2. Wasser holen

Da viel Feuchtigkeit aus der Beute während der trockenen frostigen Zeit verdunstet ist, muss Wasser geholt werden, um den Durst zu löschen und das Raumklima der Beute wieder zu verbessern.

3. Bestatten

Im Laufe der Wochen haben sich wieder einige tote Bienen am Boden der Beute angesammelt. Diese müssen entsorgt werden. Es gibt dazu spezialisierte Bestattungsbienen im Volk. Sie habe einen etwas empfindlicheren Geruchssinn und gehen zielstrebig zu den toten Bienen in der Beute.  Sie werden herausgeschleppt und beseitigt. Was beim Frühjahrsputz etwas mehr Arbeit ist als sonst. Mehr zu diesen Bestatterbienen und den 2 chemischen Elementen, die diese besonders gut wahrnehmen, findet ihr hier.

Ich habe einen kleinen Film dazu gemacht. Rechts unten auf dem Flugbrett der Daniels könnt ihr sehen, wie eine Bestatterin sich den Leichnam festkrallt und abfliegt (und etwas ungeschickt damit runterfällt),

 

Putztrieb, Unterschiede bei den Völker im Frühjahrsputz

Sehr auffällig ist der unterschiedliche Putztrieb bei den unterschiedlichen Völkern. Alle 4 Völker hatten ungefähr die gleiche Anzahl toter Bienen auf dem Boden der Beuten. Auf dem Bild unten kann man sehr gut sehen, dass die Daniels beim Reinigen ausgesprochenen fleissig waren. Da war bereits Mittwoch Abend alles beseitigt, bei der Fetten hat es bis Samstag gedauert bis der Boden sauber war.

Fruhjahrsputz Daniels bestatten schnell
Putztrieb Unterschiede beim Frühjahrsputz

Bei den Daniels (links rot) erkennt man deutlich viel mehr dunklere Punkte (tote Bienen) am Boden vor dem Flugbrett, als bei den anderen Völkern.

Wir freuen uns, dass die Mädels wieder voll dabei sind Pollen für die neue Brut zu sammeln.

04.03.2018 Sommerpläne, die neuen Beuten sind da

Im Winter ist es Zeit Sommerpläne zu machen, erst recht bei den Bienen. In Februar bestellten wir das Material, das wir für den nächsten Sommer benötigen. Wir bestellen gemeinsam mit einer befreundeten Imkerin, um die Vorteile vom Großeinkauf zu geniessen.

Am Freitag wurde es bei uns, bei Frost und Schnee angeliefert.

Sommerpläne für die Bienen

Was sind unsere Sommerpläne?

Grundsätzlich haben wir 4 Wirtschaftsvölker für die Honigproduktion. Aber wir wollen uns erweitern und 2 Ableger aufbauen.

  • Die Wirtschaftsvölker brauchen im Sommer 2 Vollzargen als Brutraum und 2 Flachzargen als Honigraum.
  • die 2 Ableger wollen wir hinzufügen, um:
    1. eventuelle Völkerverluste bei der Überwinterung ausgleichen zu können,
    2. die Wirtschaftsvölker zu verstärken
    3. andere Imker, die Völker verloren haben mit Bienen unterstützen zu können.

Was für Beuten nehmen wir?

Es gibt sehr viel verschiedene Beutensysteme. Wir haben uns für ein gängiges Magazinbeutensystem vom Typ Zander entschieden. Eine gute Einführung über einige unterschiedliche Beutensysteme, findet ihr auf den Link der Stadtbienen.

Beim Zander gibt es 3 Zargengrößen.

  1. Die größten sind die Jumbo-Zargen (die sieht ihr oben auf dem Paletten-Stapel). Diese eignen sich sehr gut für die Überwinterung von grösseren Völker, da mehr Platz  für mehr Futter drin ist.
  2. die normalen sind die Vollzargen, die haben gegenüber den Jumbos den Vorteil, dass sie kleiner und leichter sind. Die verwenden wir als Basis für unsere Völker, da müssen wir im Spätwinter wie jetzt, genauer zusehen und womöglich zufüttern, damit der Vorrat reicht.
  3. die Flachzargen, die wir für den Honigraum benutzen.  Wenn die  10 Rähmchen in der Beute voller Honig sind, dann wiegt diese Flachzarge bis zu 25 kg. Eine Vollzarge kann bis zu 35 kg auf die Waage bringen, was den Rücken doch sehr belastet. Wir nehmen daher 2 Flachzargen als Honigraum.

Griffe oder Kranz?

Zum einfach Hantieren haben wir uns für Kranzzargen entschieden, die haben einen Holzrand von ein paar cm drum herum, wodurch man die Magazine einfacher tragen und hochheben kann.  Die haben den Nachteil, dass man sie nicht direkt Wand an Wand nebeneinander stellen kann. Dadurch gibt es eine Luftschicht zwischen den Völker und die haben nicht die Möglichkeit sich im Winter gegenseitig zu erwärmen.

 

Und wie ist es den Stadtmauerhonig Bienen in den vergangenen 2 kalten Wochen ergangen?

eine Bienenwindelaufnahme nach 2 Wochen tieffrost ende Februar
Bienenwindel nach 2 Wochen Winter, Ende Februar

Wie schon beschrieben im Blogbeitrag zum Hungertod, ist momentan unser grösstes Risiko das Verhungern durch Futterabriss.  Bei der Kälte sollte man die Völker weitgehend in Ruhe lassen. Daher schauten wir nur die Windel an.  Bei allen 4 Völkern haben wir auf den Windeln Spuren von Aktivitäten die zeigen, dass die Völker noch leben und gesund sind (kein Kot und keine Milben gefunden). Daneben liegt kein abnormaler Todesfall am Boden.  Ein paar verdurstete Bienen lagen am Eingang bei den Michis, aber es waren nicht auffällig viele. Etwas Frühlingswetter zum Wasser holen wäre jetzt gut.

 

Auf dem Bild der Windel der Michis oben, kann man auch sehen, wo das Brutnest der Michis sitzt (dunkelblau eingezeichnet, die Brut schlüpft und hinterlässt dünklere Wachsbrösel am Boden).  Die Wintertraube hat sich zwischen den Dämmrähmchen (hellblaue Linien) zusammengezogen und hat sich Futter genommen (in den gelben Zonen) sowohl von der Futterwabe, die zwischen den Dämmrähmchen hängt (rechts) als auch von der Futterwabe, die links ausserhalb des Brutnestes hängt.

Daneben sehen wir auch Kondenzwasser auf der Windel. Das ist ein Zeichen dafür, dass weiterhin Brutaktivität vorhanden ist.  Auch bei der Fetten :-), also sind die doch eher aufgeflogen beim Einsetzen der Dämmrähmchen, weil es ihnen zu kalt war vor ein paar Wochen (Beitrag hier).

Also alles im grünen Bereich :-). Wir hoffen auf einen schnellen Frühling, damit sich die Damen Wasser und Pollen für die Brut holen können und unsere Sommerpläne umgesetzt werden können.