03.06.2018 die Revolution bei der Fetten

Wie im ersten Beitrag von Mai beschrieben, gab es deutliche Zeichen, dass die Bienen von der Fetten mit ihrer Königin nicht mehr zufrieden waren, nun hat sich die Revolution vollzogen.

Revolution bei den Bienen?

Unsere Wahrnehmung ist eigentlich ziemlich ethnozentrisch: von unserer Perspektive heraus, betrachten wir die Königin als Kopf des Staates. Die Königin ist wahrlich die am besten gepflegte und geschützte Biene und wird meistens auch die Älteste. Eine Rangordnung im Staat gibt es nicht. Tatsächlich verhält es sich aber so: wenn die Königin nicht die Leistung bringt die das Volk von ihr erwartet, gibt es eine stille Umweiselung. Die Bienen legen Weiselzellen an und ziehen sich aus Eiern, die die Königin selber gelegt hat eine neue Königin gross. Kurz vor dem Schlüpfen der neuen Königin, zieht die alte Königin mit einer Anzahl Bienen entweder aus (Schwarm), oder sie bleibt und wird später schlichtweg umgebracht.

Revolution mit Marsch der Arbeiterinnen zur König und Königin in Versailles
In der Französischen Revolution gab es eine Kehrtwende als die Damen im Marsch auf Versailles die Königsfamilie zum Umzug nach Paris zwang.

 

Stichwahl verschoben?

Anfang Mai haben wir die beiden bestifteten Weiselzellen entfernt, und dadurch 2 Wochen Ruhe erkauft und das Schwärmen verhindert. Am 13.5. war keine Schwarmneigung zu sehen. Weiselzellen waren nicht vorhanden, war es eine trügerische Ruhe?

Am 20.5. stellte sich heraus, dass wir offensichtlich doch zu schnell geschaut hatten:

Da hat sich das Volk wieder sehr stark zu Wort gemeldet und ganze 19 Weiselzellen angelegt, wovon 13 bestiftet, und 2 bereits verschlossen waren. Das Verschliessen von Weiselzellen geschieh erst nach 8 Tagen, also waren die Zellen bereits am 13.5. vorhanden. Das Volk hat entschieden und wollte also die Alter Dame loswerden. Da doch sehr viel Platz im Brutnest leer war, ist unsere Vermutung, dass die Legeleistung und damit einhergehende Pheromonproduktion der Königin zu niedrig war. Das ist ein chemische Reiz  fürs Volk, um sie zu ersetzen. Mehr ausführliche Info findet ihr auf dieser Seite.

Was nun?

Da dieses doch unser bestes Wirtschaftsvolk ist (sehr ruhig und fleissig beim Aufbau und in der Honigproduktion), wollten wir das Volk so lange es geht zusammenhalten und den Honigertrag nicht verlieren.  Wenn uns die alte Königin mit vielen Bienen abgeschwärmt wäre, reduziert sich die Honigproduktion im bleibende Volk drastisch. Auch der Schwarm, falls wir den finden und fangen würden, wird zuerst aufbauen und nichts mehr einlagern wollen/können. Also geben wir dem Volk was es will und versuchen den Schwarmtrieb zu entfernen.

Ableger  Nr. 4

Zuerst haben wir die Chance genutzt und ein Rähmchen mit geschlossenen Weiselzellen und ein Futter-Rähmchen in einen neuen Ableger gestellt. Damit war wieder Bauplatz im Brutraum frei. Um sicher zu gehen, dass das Volk nicht schwärmt, haben wir die Königin, mit Schmerz im Herz, „abgedrückt“ und zu den Bienen gelegt. Damit diese sofort trauern könnten. Sofort wird sie von vielen Arbeiterinnen besucht. Da aber bereits verschlossene Weiselzellen vorhanden sind, ist schnell wieder Ruhe eingekehrt. Die letzten Eier werden groß gezogen, Brut wird ausgebrütet, es wird gebaut und Honig eingelagert.

Die Revolution bei der Fette hat uns einen extra Ableger besorgt
Nach der Revolution haben wir 4 Wirtschaftsvölker und 4 Ableger

Wie geht es weiter?

Wenn alles nach Plan läuft, werden bald beide Prinzessinnen schlüpfen. Die Woche drauf findet dann der Begattungsflug statt. Wenn alles gut läuft, wird die eine Königin das alte Volk weiter „führen“, und die neue wird ein neues Volk gegründet haben.

Im alten Volk wird es dann eine Brutpause von nicht mal 2 Wochen geben. Bis Ende Juni wird die letzte Brut der alten Königin als Nektarsammlerinnen ihre Arbeit aufnehmen, und noch bis Mitte Juli Nektar sammeln gehen. Da die neue Königin nicht sofort mit Hochleistung legen wird, wird das Volk ab Mitte Juni langsam kleiner werden. Falls wir bei den anderen Völkern zu viele Bienen und Brut haben, könnten wir diese dazugeben, um es zu unterstützen.