29.4.2018 Zu spät den Honigraum aufgesetzt

Vor 2 Wochen haben wir den Honigraum ganz oben aufgesetzt. Im nach hinein beurteilt: das war zu spät. Die Honigräume wurden bei den grösseren Völker nicht angenommen. Die Tage vor dem Aufsetzen gab es ausreichend Tracht. Die noch relativ kleinen Völker haben dann in den bereits früher aufgesetzten Brutraum massiv Honig eingelagert.

 Brutraum wurde zum Honigraum, weil wir zu spät waren.

 

Beim Einlagern der Vorräte, beginnen die Bienen an der Stelle, die am weitesten von dem Einflugloch ist.  Dort ist der Honig am besten vor Honigdieben und Räubern geschützt.

Wie im Beitrag im März beschrieben, gibt es verschiedene Beutesysteme. Bei der horizontalen Bienenkiste ist der Honigraum zum Beispiel ganz hinten. Bei Zander Kranz, ist der Honigraum ganz oben.

 Was ist passiert?

 Da es die Tage vor dem Aufsetzten des Honigraums bereits ein üppiges Angebot an Nektar gab, haben die Arbeiterinnen bereits fleissig Honig eingelagert. Diesen Honig haben sie nach ganz oben gelagert. Das „ganz oben“ waren die Rähmchen in der oberen Brutzarge. Wenn der Honig ausreichend getrocknet wurde, wird er mit Verdecklungswachs verschlossen (verdeckelt). Nach und nach arbeiten sich die Damen nach unten vor. Als wir dann den Honigraum aufgesetzt haben, sind die Arbeiterinnen nicht mehr nach oben gegangen, um diesen auszubauen und haben stattdessen den Brutraum verhonigt. Damit wird es recht schnell keinen Platz mehr für die Königin zur Eiablage sein. Die Königin legt derzeit bis zu 2000 Eier am Tag.

Brutraum verhonigt weil zu Spät den Honigraum aufgesetz
Die Brut ist zusammengedrängt in der Mitte vom Bruträhmchen (rot), der Rest ist voller Honig (grün)

Was haben wir gemacht? 

1.       Flachzarge und Vollzarge ausgetauscht, damit der alte Vollzargen Brutraum nun der obere Honigraum ist. Der natürliche Arbeitsvorgang wird nach unten weitergeführt, d.h. die Flachzarge wird nun als Honigraum ausgebaut. Eine weitere Honigraumerweiterung können wir dann im Mai darunter setzten.

2.       Aus dem Brutraum haben wir 3 Rähmchen Brut geholt und bei den kleineren Völkern eingesetzt. Die entstandene Lücke haben wir mit 3 neuen Rähmchen mit Mittelwänden gefüllt. Ziel ist es für die Königin Platz zu schaffen, damit das Volk nicht schwärmen will. Gleichzeitig erhalten die kleinen Völker durch die zugesetzte Brut einen mächtigen Schub weil die so 15000 Bienen „geschenkt“ bekommen haben.

Auf einem Rähmchen ist Platz für ca. 5000 Stifte, wenn die Königin ca. 2000 Eier legt, kaufen wir damit ca. 7 Tage Zeit. Hoffentlich ist bis dahin der Honig reif, so dass wir den Vollzargen Honigraum schleudern können und danach die Rähmchen in den Brutraum hängen, damit sie bebrütet werden können.

 Schwärmen

Die Völker explodieren jetzt regelrecht. Zusammen mit dem massiven Honigeintrag führt das dazu, dass die Beuten zu klein werden. Die Bienen ziehen sich eine neue Königin und die alte Königin verlässt mit der Hälfte der Bienen das Nest als Schwarm, um anderswo ein neues Volk zu gründen. Dadurch wird die Honigeinlagerung abgestoppt und alles sortiert sich neu. Die Bienen fangen an Schwarmzellen (Weiselzellen) oder Zellen für eine neue Königin zu bauen wenn zu wenig offene Brut vorhanden ist. Das heisst, dass das Volk mit der Königin nicht zufrieden ist (z.B. zu alt und schlechte Legeleistung), oder dass es zu wenig Platz gibt. Zwischen dem Bau einer Weiselzelle und dem Ausschwärmen liegen mindestens 1-2 Wochen. Daher kontrollieren wir jetzt jede Woche die Beuten auf Schwarmtrieb.

Schwarmrisiko

Da unsere Honigräume nicht angenommen wurden und dass Brutnest teils verhonigt ist, ist die Chance recht gross, dass die grösseren Völker schwärmen wollen. Durch ausreichend Platz zum Brüten, und dem neuen Honigraum, verringern wir den Druck massgeblich und hoffen so einem Schwärm vorzubeugen. Wir werden aber genau beobachten müssen, ob die Größe des Brutraums bis zum Honig schleudern reichen wird.

Die nächsten Tage werden spannend. 😊

 

Übrigens schlüpfen derzeit sehr viele Holzbienen

 

Eine Holzbiene auf der Hand om Stadtmauer Honig Imker
Eine Holzbiene auf der Hand om Stadtmauer Honig Imker