29.01.2018 Hungertod vorbeugen?

Es gibt mehrere Ursachen durch die Bienenvölker im Winter sterben können.

Neben des Varroabefalls und andere Krankheiten, die man daran erkennt, dass keine Bienen mehr in der Beute sind, weil alle ausgeflogen sind, gibt es leider noch das Verhungern.

Verhungerte Bienen haben ihre Mundwerkzeuge ausgestreckt und sitzen in den Waben.

Völker können aus mehreren Gründen verhungern.

Zum Beispiel durch Futterabriss: wenn die Wintertraube nicht nah genug an der Nahrung sitzt, schaffen es die Bienen nicht mehr zum Honig und verhungern, trotz prall gefüllter Waben in der Beute. Bei unseren Völkern hatte die Fette ein erhöhtes Risiko. Bei der Kontrolle heute, sieht man am Bild, dass die Traube sehr asymmetrisch auf einer Seite sitzt. An der Seite, an der sehr viele Bienen oben sitzen, war das Futter fast komplett verbraucht. Auf der anderen Seite der Beute hingen aber noch 2 volle Futterwaben. Wenn es nun die nächsten 2 Wochen friert, wird sich die Wintertraube zusammenziehen und werden die Bienen im rot gekennzeichneten Bereich keinen Zugang zum Futter mehr haben und innerhalb von 2-3 Tage alle verhungern.

 

Da haben wir eingegriffen und eine volle Futterwabe von der einen Seite weggenommen und an der anderen Seite eingehängt. Somit ist nun wieder an beiden Seiten ausreichend Nahrung verfügbar.

In den folgenden Bildern, liegt jeweils die Windel auf den Beuten und wo die Wabengassen belegt sind, haben wir es blau eingezeichnet.

Einen weiteren Risikofaktor erkennt man bei den Hammiets. Da sitzen die Bienen vom Flugloch entfernt. Normalerweise sitzen die Bienen am Anfang des Winters beim Flugloch und ziehen langsam zur anderen Seite dem Futter nach. Der Eingriff bei dem Volk war einfach: die Brutzarge 180°drehen damit die Bienen beim Flugloch sitzen.

Ein anderer Hungertod kann auch am Nahrungsmangel liegen.

Da ist immer ein abgewogenes Geben und Nehmen notwendig: die Bienen produzieren in der Regel sehr viel mehr Honig als sie im Winter verbrauchen.  Nach der Honigernte im Frühsommer, bleibt unseren Völkern dann die Spättracht im August, September und Oktober und eventuell wird mit Zuckerwasser gefüttert, welches die Bienen verarbeiten und im Brutraum für den Winter einlagern.

In regelmässige Abstände wird die Beute im Winter gewogen um fest zu stellen ob noch ausreichend Nahrung vorhanden ist. Das Hauptrisiko eines Hungertodes kommt im Frühjahr: Heute war zB. 15°C die Königinnen haben angefangen Eier zu legen. Die Wettervorhersage für nächste Wochen ist aber wieder tiefer Frost. Die Bienen werden dann entweder alle Brut abtöten und runterwerfen, oder die Temperatur im Stock nicht mehr abkühlen lassen und versuchen permanent auf 37°C zu heizen, um die Brut zu pflegen.  Dadurch verbrauchen sie viel mehr Nahrung als sonst. So kann vorkommen, dass ein Volk statt 1kg pro Monat 2 kg pro Woche verbraucht und dann reicht die Nahrung nicht mehr. Ähnliches kann im März geschehen, wenn dass Volk richtig am wachsen ist und es 3 Wochen kühles Regenwetter gibt, wodurch keine Tracht und keine frische Nahrung reinkommt.

Bei uns haben die Michis das größte Risiko, da das Volk sehr stark in den Winter gegangen ist, dürften die Nahrungsvorräte bei einem späten oder schlechtem Frühling nicht ausreichend sein.

Anhand der Abfallspuren (hauptsächlich aufgebrochene Wachsdeckel, um Honig zu entnehmen) erkennt man, dass das Volk auf 9 Wabengassen verteilt sitz und wahrscheinlich bis zu 10000 Bienen zählt.

Zwischen Mitte Oktober und Anfang Jänner haben die Völker zwischen 500g und 1,5 kg abgenommen, also ist ausreichend Winternahrung ist noch vorhanden.